Geschichte

Aus Anlass seines 100jährigen Bestehens gab der VfL Hinsbeck im Jahre 2000 eine umfangreiche Vereinschronik heraus. Durch die Hinzunahme der Geschichte aller bis zum 2. Weltkrieg in Hinsbeck bestandenen Sportvereine (Reiterverein, erste Fußballvereine, Radfahrverein, Motorclub) entstand hier auf 230 Seiten eine „Geschichte des Sports in Hinsbeck“. Ein Namensregister mit ca. 1000 Eintragungen hilft bei der Personensuche. Das Buch ist bei allen Vorstandsmitgliedern erhältlich.

Der VfL Hinsbeck wurde am 1. April 1900 als Turnverein (TV) Hinsbeck von 40 Hinsbecker Bürgern gegründet. Bei der Gründung war Graf Josef von Schaesberg Ehrenvorsitzender , erster Vorsitzender war Carl Hahnen. Der Verein nahm in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg einen schnellen Aufschwung. Bereits in den ersten Jahren wurden zahlreiche Siege erreicht. Im Jahre 1906 wurde unter der Leitung des Gauvorstandes und des TV Hinsbeck das 1.Bergfest des Niederrheinischen Grenzturngaues veranstaltet. Bis 1912 fand dieses Bergfest alljährlich auf den Hinsbecker Höhen statt. 1913 wurde es erstmals als Süchtelner Bergfest abgehalten, die in Hinsbeck durchgeführten Veranstaltungen wurden bei der Anzahl der Feste mitgerechnet.


Turnerriege 1922

Nach dem 1. Weltkrieg tat sich der Verein schwer mit der weiteren Entwicklung. Da man die Bildung einer Fußballabteilung kurz vor dem 1. Weltkrieg verpaßt hatte und sich hierdurch ein zweiter Sportverein in dem kleinen Dorf Hinsbeck bildete, blieb die personelle Situation begrenzt. Stark waren in den dreißiger Jahren die Langläufer des TV, die im Grenzkreis Spitzenpositionen einnahmen und über den Kreis hinaus bekannt waren. Bis 1935 blieb der TV Hinsbeck ein reiner Männerverein. Im Herbst 1935 wurde die erste Damenabteilung gegründet.
Im Jahre 1937 mußte man auf politischen Druck hin einen Zusammenschluß mit dem Fußballverein “Rhenania 1919” zum Verein für Leibesübungen (VfL) durchführen. Dieser Zusammenschluß konnte wegen des ausbrechenden 2. Weltkrieg seine Wirksamkeit kaum zeigen.
Nach dem 2. Weltkrieg traten die Fußballer bereits im Sommer 1945 zu ersten Wettkämpfen an. Die Handballer waren ab November ´46 wieder mit Frauen- und Männermannschaften aktiv. Im Herbst 1951 beantragten einige Fußballer, die mit ihrer Situation im VfL nicht zufrieden waren, eine Trennung der Fußballabteilung vom VfL.
Nach zahlreichen Einigungsversuchen wurde auf einer außenordentlichen Versammlung im Herbst 1951 die Trennung vollzogen. Die sich abtrennenden Fußballer bildeten den SC Rhenania entsprechend dem Fußballverein vor der Zusammenlegung, der VfL Hinsbeck behielt nach dem Austritt der Fußballer seinen Namen bei.
Durch den Austritt der Fußballer verlor der VfL 55 Mitglieder, 71 Mitglieder blieben im Verein. Es wurden Handball und Leichtathletik betrieben, die Turnabteilung wurde wegen fehlender Beteiligung aufgelöst. Die Anzahl der Mitglieder ging in den nächsten Jahren kontinuierlich zurück. Im Jahre 1959 hatte der Verein nur noch 53 meist ältere Mitglieder, sportliche Aktivitäten fanden in keiner Sportart mehr statt. Durch verstärkte Werbung und neue Übungsleiter konnten im Jahre 1960 neue Turn- und Leichtathletikgruppen bei Jungen und Mädchen eröffnet werden. Hierdurch wurde innerhalb von 3 Jahren die Zahl der jugendlichen Vereinsmitglieder von 2 auf 111 Personen erweitert. Als sich die Turngruppen im Jahre 1969 wegen rückläufiger Anzahl an Jugendturnern auflösten, hatte der Verein durch andere Sportabteilungen bereits wieder ausreichende Mitgliederzahlen aufzuweisen.
Ein Höhepunkt im Vereinsleben des VfL war im Jahre 1960 die Veranstaltung der Westdeutschen Waldlaufmeisterschaften auf den Hinsbecker Höhen mit über 700 Teilnehmern aus 112 Vereinen. Im Jahre 1967 gründete Herbert Leuf eine Tischtennisabteilung, die bis 1993 im VfL bestand und zahlreiche Meistertitel brachte. Zu ihrer stärksten Zeit (1974/75) bestand diese Abteilung aus 2 Herren-, 3 Damen-, 5 Jungen- und 1 Mädchenmannschaft.
Die TT-Abteilung blieb für einige Jahre die sportlich und personell Erfolgreichste des VfL Hinsbeck, wobei die Damen- und 1. Herrenmannschaft als höchste Spielklassen die Bezirksliga erreichten.
Im Jahre 1968 gründeten die Leichtathleten des Vereins, die wegen des Sportplatzumbaues keine Möglichkeit mehr zur sportlichen Aktivität hatten, eine Herren-Handballabteilung. Um einen entsprechenden Unterbau zu haben, wurde im Jahre 1971 eine Handball-Jugendabteilung gegründet. Mit Rudi Greitenevert wurde ein Jugendwart gefunden, der sich 27 Jahre lang intensiv um die Jugend kümmerte und an fast jedem Wochenende in den Sporthallen des Kreises zu finden war. Nach einigen Jahren des Aufbaues machte er aus dieser Handball-Jugendabteilung die personell und sportlich Erfolgreichste, die jemals im VfL existierte. Bis zu 11 Jugendmannschaften konnten in dieser Zeit gegründet werden (1980-82), zahlreiche Kreis-
meistertitel krönten die Arbeit. Ab der Saison 1980/81 wurde auch wieder Damenhandball im VfL gespielt, wobei die maximale Anzahl der Mannschaften bei den Damen zwei bei den Herren drei betrugen. Sportlich erreichte die
1. Herrenmannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga (seit 1988/89), die 1. Damenmannschaft kam bis zur Kreisliga.
Im Jahre 1993 mussten die Verantwortlichen im VfL erkennen, dass die guten Jahre des Handballs und des Tischtennis im Verein vorbei waren. Im Jugendbereich wurde die personelle Decke immer dünner und damit waren Probleme im Seniorenbereich vorprogrammiert. Daher beschloss man, mit Nachbarvereinen Spielgemeinschaften zu bilden. Dabei blieben die Spieler Mitglieder der jeweiligen Stammvereine und spielten nur in der Spielgemeinschaft.
Im Handball bildete man gemeinsam mit den Handballern des TV Lobberich die HSG Nettetal, die heute im Kreis Krefeld-Grenzland der Verein mit den meisten Handballmannschaften ist.
Im Tischtennis bildete man gemeinsam mit den Spielern der DJK Leuth die TTG Hinsbeck/Leuth, die ebenfalls eine positive Entwicklung nahm.
Durch die Dominanz der Handball- und Tischtennisabteilungen hatten die restlichen Jugendabteilungen in dieser Zeit personelle Probleme. Die Leichtathletik lag viele Jahre am Boden, nur bei den Vereinsmeisterschaften waren noch Aktivitäten zu verzeichnen. In der Turnabteilung konnte der personelle Bestand gehalten werden, Leistungssport wurde jedoch nicht betrieben.
Sportlich neu hinzu kam die Volleyballabteilung, die ab 1990 aktiv wurde und in der Saison 1999/2000 ihren ersten Aufstieg in die Volleyball-Hobbyliga feiern konnte.
Im Senioren-Breitensportbereich bildeten sich zahlreiche neue Gruppen, welche die Mitgliederzahlen auf über 500 Personen ansteigen ließen.

Das sportliche Angebot des VfL umfasst heute neben den Spielgemeinschaften die Sportarten

Turnen
Leichtathletik
Volleyball

Seit 1992 führt der VfL wieder in jedem Jahr eine Waldlaufveranstaltung durch, daneben wurden auch Kreismeisterschaften mit fast 390 Aktiven durchgeführt (1994). Durch diese Veranstaltungen kam es im Jahre 1998 zur Gründung einer Läufergruppe, die sich aktiv an vielen Läufen im Leichtathletikkreis Niederrhein-West beteiligen.
Auch das Leben in der Gemeinde Hinsbeck wurde durch Aktivitäten des VfL Hinsbeck beeinflusst. Dies traf insbesondere auf den Hinsbecker Karneval zu, wo über viele Jahre eine Mädchen-Tanzgruppe und die Muttiriege auftraten. Im Jahre 1978 führte man die Figur des Hinsbecker “Jüüteprinzen”


juute Jüüteprinz Alex 1. (Sanders) – 1979

ein, der eine Parodie auf die feingekleideten Karnevalsprinzen darstellte. Gekleidet war er mit rotem Samtumhang, Räuberhut und “Botschen”. Nach Vorgabe des damaligen Hinsbecker Heimatforschers Rektor Weuten war sein Zepter der “Seekslepel” (Jauchekelle). Bis 1991 wurde diese Figur von Mitgliedern des VfL Hinsbeck gestellt.
Im Jahre 1992 gab der VfL die Stellung des Karnevalsprinzen und den Karnevalsabend die “Blau-Weiße-Nacht” an die neu gegründete Karnevalsgesellschaft “Hinsbecker Jüüte” ab, wo der Karnevalsprinz seitdem nicht mehr als Prinzenparodie, sonder als normaler Prinz auftritt.
Ein kleiner Verein wie der VfL Hinsbeck besitzt in der heutige, materiell ausgerichteten Zeit nicht mehr die Möglichkeiten, im Leistungssport mitzuhalten. Daher ist er heute im Seniorenbereich verstärkt im Breitensport aktiv. In zahlreichen Gymnastik- und Bewegungssportgruppen versuchen Männer und Frauen, ihren Körper gesund zu halten und fit zu bleiben, wobei der Spaß am Sport und in der Gruppe eine wichtige Position einnimmt.
Im Schüler/innenbereich führt man noch Wettkämpfe in verschiedenen Bereichen durch, denn Jugendliche wollen sich im Wettkampf messen und ihre Grenzen kennen lernen. Dies findet heute vornehmlich in der Leichtathletik und im Turnen statt, wobei die Zahl der Interessenten ansteigt.